Seminare & Vorlesungen, Sommersemester 2026
Vorlesung
Einführung in die philosophische Ästhetik um 1800
Prof. Dr. Andreas Schmidt
Mo 16:15–17:45 Uhr
Zwätzengasse 12 - Z12
„Von nichts wimmelt unsere Zeit so sehr als von Ästhetikern“, schreibt Jean Paul 1804, und in der Tat spielt die Reflexion über die Kunst eine herausragende Rolle in der klassischen deutschen Philosophie. In der Vorlesung soll etwas Ordnung in das Gewimmel gebracht werden, indem die zentralen Texte zur philosophischen Ästhetik um 1800 und insbesondere die Beiträge von Kant, Schiller, Hölderlin, Schelling und Hegel vorgestellt werden.
Hauptseminar / Blockseminar
Hegels Begriff des freien Willens
Dr. Folko Zander
Mi 12–13 Uhr
Vorbesprechung per ZOOM
Seminar
Hegels Phänomenologie des Geistes (Teil 2)
Christian Weber
Do 14:15–15:45 Uhr
Zwätzengasse 12 - Z12
Das Seminar widmet sich in Detailarbeit der Lektüre des nicht immer leichten, aber überaus bedeutsamen, spannenden, schönen und nicht zuletzt unterhaltsamen Klassikers.
Es stellt den ZWEITEN Teil eines zweisemestrigen Lektüre- und Hauptseminars dar. Sie können gerne daran teilnehmen, auch wenn Sie nicht beim ersten Teil dabei waren. Ich werde in der ersten Sitzung eine Zusammenfassung der Seminarlektüre aus dem ersten Teil geben, wir sind am Anfang des dritten Kapitels über Kraft und Verstand stehengeblieben.
Oberseminar
Schellings Philosophie der Natur
Prof. Dr. Andreas Schmidt
Do 16–19 Uhr
Zwätzengasse 9 - Z9
Im Oberseminar haben Studierende die Möglichkeit, eigene Projekte und Arbeiten zur Diskussion zu stellen. In den Sitzungen, in denen keine Projektvorstellungen anstehen, werden wir uns gemeinsam beschäftigen mit Schellings Schriften zur Naturphilosophie, mit denen er sich ab 1797 deutlich von der Transzendentalphilosophie Kants und Fichtes absetzt und der Natur ein ontologisches Eigengewicht zuschreibt. Im Zentrum unserer Lektüre wird Schellings „Einleitung zu seinem Entwurf eines Systems der Naturphilosophie“ (1799) stehen.
Seminar
Lorenz Oken und die Romantische Naturphilosophie
Dr. Thomas Bach
Di 10:15–11:45 Uhr
Seminarraum 101, Ernst-Haeckel-Haus, Berggasse 7
Lorenz Oken ist eine der zentralen Gestalten der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Er wird meist der Gruppe der sog. romantischen Naturforscher bzw. Naturphilosophen zugeordnet. Nach seiner Berufung an die Universität Jena trat er vor allem als Naturphilosoph und Naturhistoriker in Erscheinung (vgl. sein "Lehrbuch der Naturphilosophie". 3 Bde. Jena 1809-1811 sowie sein "Lehrbuch der Naturgeschichte". 5 Bde. Leipzig und Jena 1813-1826). Beide Lehrbücher verweisen aufeinander und seine naturhistorischen Arbeiten verwenden explizit naturphilosophische Grundsätze als erkenntnisleitende Prinzipien. Das Seminar fragt anhand ausgewählter Texte Okens nach den Möglichkeiten und Grenzen der (romantischen/naturphilosophischen) Spekulation als Heuristik der Naturforschung.
Aufbaumodul
Historische und soziale Imaginationen in der visuellen Kultur des langen 19. Jahrhunderts
Prof. Dr. Johannes Grave, Prof. Dr. Joachim von Puttkamer
Fr 10–12 Uhr
Fürstengraben 1 - SR 028
Mit dem Seminar wollen wir versuchen, sozialen Imaginationen (insbesondere von Geschichte) auf die Spur zu kommen. Soziales Imaginieren kristallisiert sich oftmals in Texten und Bildern, lässt sich aber nicht darauf reduzieren. Zum sozialen Imaginieren tragen Texte und Bilder bei, wenn sie an vorhandene Vorstellungsbilder anknüpfen und ihrerseits zu (neuen) Imaginationen anregen. Neben dem, was ein Text oder Bilder 'sagt', gilt es daher auf das Anknüpfen an vorgängige Bilder, Vorstellungen und Topoi, auf öffentliche Zugänglichkeit und Diskurse, auf mediale Reproduktionen und Distribution, auf Anschlusskommunikation und Übersetzungsprozesse zu achten.
Das Seminar stellt Historienbilder des 19. Jahrhunderts ins Zentrum. Der Schwerpunkt liegt auf Gemälden, da das 19. Jahrhundert (trotz aller technischen und medialen Innovationen in der visuellen Kultur) vermutlich als die Zeit gelten kann, in der der klassischen Historienmalerei am meisten Wirkmacht zugetraut wurde. Unsere Beispiele entstammen Frankreich und Osteuropa. Wir zielen damit auf einen Vergleich, der seine Produktivität aus Differenzen beziehen soll. Die von uns gewählte Konstellation setzt an bei Unterschieden in Grad und Form staatlicher Verfasstheit, bei Differenzen in der Herausbildung von Öffentlichkeit sowie bei Divergenzen zwischen den Kunstsystemen.
Nach einleitenden Seminarsitzungen, die begriffliche und theoretische Grundlage erschließen, werden wir an exemplarischen Fällen arbeiten.
Hauptseminar
Geschlechtergeschichte im langen 19. Jahrhundert – Ungleichheiten und Aufbrüche
PD Dr. Tobias Kaiser
Fr 14–18 Uhr
Das lange 19. Jahrhundert, also der Zeitraum von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg, gilt als die Zeit der großen Umbrüche und Aufbrüche zur modernen Gesellschaft. Insbesondere setzten sich die Ideen von staatsbürgerlicher Gleichheit und Vorstellungen demokratischer Repräsentation durch.
Im Hinblick auf die Geschlechtergerechtigkeit ergibt sich jedoch kein eindeutig positives Bild. Die Grundsätze von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wurden nicht ohne Weiteres auf die „Schwestern“ übertragen. Im Seminar sollen Ungerechtigkeiten, Ambivalenzen, das Aufbegehren und die Diskrepanz zwischen Normen und Realitäten nachvollzogen werden. Zu diesen gehören die Bedeutung weiblicher Erwerbsarbeit in der Industriellen Revolution genauso wie der Kampf um das Frauenwahlrecht in verschiedenen Staaten Europas.
Vorlesung
Kleist: Aufklärung und Romantik
Prof. Dr. Alica Stasková
Do 12:15–13:45 Uhr
Carl-Zeiß-Straße 3 - HS 4
Die Vorlesung verhandelt das Gesamtoeuvre von Heinrich von Kleist im Kontext seiner Zeit und diskutiert dabei auch die Fragen nach einer möglichen epochalen Zuordnung von Kleists Schaffen.
Seminar
Heinrich von Kleists Prosa
Prof. Dr. Alica Stasková
Do 14:15–15:45 Uhr
Im Seminar werden, auch in Anbindung an die Vorlesung, Heinrich von Kleists Prosatexte gelesen, analysiert und interpretiert. Zu diesen Texten zählen außer den Erzählungen auch Essays, Briefe und Anekdoten.
Seminar
Literatur und Geschlecht um 1800
Dr. Jules Kielmann
Mi 12:15–13:45 Uhr
Im Zentrum des Seminars stehen literarische Werke von Schriftstellerinnen der Aufklärung und Romantik. Zudem beschäftigen wir uns mit Texten von Autor*innen um 1800, in denen zeitgenössische Vorstellungen von Geschlechterrollen sowie Weiblichkeit und Männlichkeit thematisiert, sprachlich gestaltet und diskutiert werden. Auf einer Metaebene werden wir uns auch mit Fragen der (literaturwissenschaftlichen) Rezeption und Kanonisierungsprozessen beschäftigen und strukturelle Mechanismen im Literaturbetrieb um 1800 sowie innerhalb unserer eigenen wissenschaftlichen Disziplin reflektieren.
Zu den behandelten Texten gehören Werke/Werkausschnitte verschiedener Gattungen der folgenden Schriftsteller*innen:
Mary Wollstonecraft, Sophie von La Roche, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Caroline von Wolzogen, Heinrich von Kleist, Sophie Mereau, Amalie von Helvig (geb. Imhoff), Dorothea Schlegel (Florentin), Friedrich Schlegel (Lucinde), Karoline von Günderrode und Bettina von Arnim.
Seminar
Schriftstellerinnen um 1800: Dramen II
Dr. Johanna Bohley
Di 14:15–15:45 Uhr
Fürstengraben 1 - SR 030
Die Dramen von Schriftstellerinnen um 1800 sind Gegenstand des Seminars. Gelesen, wiederentdeckt und im Seminar besprochen werden Lesedramen, Tragödien, Komödien, die Comédie larmoyante, Singspiele, Einakter, Dramenfragmente u.a. von Karoline von Günderrode, Helmina von Chézy, Amalie von Helvig, Charlotte Schiller, Charlotte Birch-Pfeiffer u.w. Das Seminar setzt das im Sommersemester 2024 begonnene Projekt einer Anthologie von Texten von „Schriftstellerinnen um 1800” fort. Das Ziel des fünften Seminars ist es, nach den „Gegenwartserzählungen”, den „Märchen I”, „Märchen II”, im Wintersemester 2025/26 mit den „Dramen” nun mit den "Dramen II" weitere Theaterstücke aus der Zeit nach 1800 zu rezipieren, edieren, kommentieren und in einer Anthologie exemplarisch zur Verfügung zu stellen. Eine Vorkenntnis der Dramen I stellt keine Voraussetzung für das Seminar dar. Die für das Seminar erstellten biobibliographischen Kommentare umfassen intensive Recherchen, u.a. im Goethe-Schiller-Archiv in Weimar und setzen die Bereitschaft zu einer umfänglichen Lektüre und zu grundlegender Kontextrecherche voraus.
Seminar
Schauerromantik
Prof. Dr. Stefan Matuschek
Di 14:15 – 15:45 Uhr
Schauerromantik – oder ‚Gothic‘, wie sie in ihrem Ursprungsland England heißt, ist seit ihrer Entstehung im 18. Jahrhundert eines der erfolgreichsten literarischen Genres. Das liegt an ihrem starken affektiven Unterhaltungsangebot, das aber nicht verhindert, aufschlussreich in psychologische und gesellschaftliche Problemlagen einzudringen.
Das Seminar wird das an folgenden Beispielen untersuchen:
Gottfried August Bürger, Lenore, Johann Wolfgang Goethe, Die Braut von Korinth, E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Ludwig Tieck, Der Runenberg, Edgar Allan Poe, The Black Cat und The Raven, Bram Stoker, Dracula
Seminar
„Love, romantic“ – Karriere eines Denk- und Handlungsmodells
Prof. Dr. Sandra Kerschbaumer
Mo 10:15–11:45 Uhr
Fürstengraben 18 - SR 203 From. Haus
Von allen aus der historischen Romantik stammenden Ideenkomplexen und Handlungspraxen ist die romantische Liebe wohl die wirkungsmächtigste. Im Seminar wollen wir uns mit den sozialgeschichtlichen, philosophischen und soziologischen Entstehungsvoraussetzungen des Konzepts beschäftigen. In einem zweiten Schritt soll es um die literarischen Artikulationsweisen und deren Verschränkung mit Lebensvollzügen um 1800 gehen: Exemplarisch betrachtet werden Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“, Friedrich von Hardenbergs „Hymnen an die Nacht“ und Auszüge aus dem Briefwechsel von Sophie Mereau und Clemens Brentano. Anhand eines gemeinsam erarbeiteten Modells romantischer Liebe soll in einem dritten Seminarabschnitt nach dessen gegenwärtigen Erscheinungsformen und Problematisierungen gefragt werden: Zum Gegenstand des Seminars werden dabei sowohl theoretisierende Texte (Eva Illouz „Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung“ von 2012; Seyda Kurt „Radikale Zärtlichkeit“ von 2021, Beatrice Frasl „Entromantisiert Euch“ von 2025) als auch Gegenwartsromane (u.a. der irischen Erfolgsautorin Sally Rooney) und Filme („Was Liebe wert ist - Materialists“ von 2025).
Vorlesung
History of English/American Literature(s): American Romanticism
Prof. Dr. Caroline Rosenthal
Mo 16–18 Uhr
Carl-Zeiß-Straße 3 - HS 8 bzw. HS 3
This lecture series will provide students with an overview of the most important literary texts, historical, political, and socio-cultural events during the period of American Romanticism. We will look in detail at the period's major writers and their works. The lecture will provide input but also has interactive elements. Students will have to read short key literary texts for each individual lecture that will be discussed in class.
Blockveranstaltung
Zeichenkunst und Malerei der Romantik unter Betrachtung originaler Werke: Franz Horny (1798–1824) und Friedrich Nerly (1807–1878)
Prof. Dr. Hermann Mildenberger
Mo 10–12 Uhr
Fürstengraben 1 - SR 028 & Angermuseum Erfurt
Aufbaumodul
Kunstkritik im 18. Jahrhundert: Denis Diderot und die französische Malerei
Dr. Britta Hochkirchen
Mo 14–16 Uhr
Fürstengraben 1 - SR 259
Der Philosoph und Schriftsteller Denis Diderot hat zwischen 1759 und 1781 regelmäßig Besprechungen zu Werken geschrieben, die auf der Ausstellung der Académie royale de peinture et de sculpture gezeigt wurden. Seine Besprechungen wurden innerhalb der Correspondance littéraire, philosophique et critique unter der Leitung von Friedrich Melchior Grimm an einen ausgesuchten, aristokratischen Leserkreis in Europa verbreitet. Damit entstand eine frühe Form der Kunstkritik. Das Seminar zielt darauf, Diderots Praktiken und Kriterien der Kunstkritik herauszuarbeiten und die ästhetischen, geschlechter- und sozialgeschichtlichen Dimensionen dieser Texte zu untersuchen. Welche Werke wählte Diderot für seine Besprechungen aus? Wie lenkt er in seinen Texten die Aufmerksamkeit: Welche Aspekte der Gemälde werden hervorgehoben, welche lässt er außen vor? Welche Blickeinstellungen gibt Diderot durch seine Kritiken vor? Vor dem Hintergrund dieser Fragen sollen Diderots inszenierte Werkbetrachtungen ins Verhältnis gesetzt werden zu den ästhetischen und aufklärerischen Diskursen seiner Zeit, an denen er selbst mit seinen Schriften mitwirkte.
Im Rahmen des Seminars ist eine Tagesexkursion zum Herzoglichen Museum in Gotha vorgesehen.
Arbeitsgemeinschaft
Robert Schumanns Waldszenen op. 82: ein KI-Forschungsseminar
Dr. Benedikt Schubert
Do 9:15–10:45 Uhr
Weimar Hochschulzentrum am Horn - SR2