Ziele des Zentrums

Das Jenaer Zentrum für Romantikforschung verfolgt das Ziel, einen impulsgebenden wissenschaftlichen Ort des Austauschs zu schaffen, an dem interdisziplinäre Gesprächs- und Forschungszusammenhänge entstehen, die über die Universität hinaus in die Gesellschaft hineinwirken.

Mit der Gründung eines Zentrums verbindet sich die institutionelle und strukturelle Weiterentwicklung der Jenaer Romantikforschung, deren Anliegen es nicht allein ist, neue Verbundforschung anzuregen, sondern gleichermaßen, die intensive Vernetzung mit Museen und anderen Kulturinstitutionen auszubauen und diese Kooperationen für die Forschung, für die universitäre Lehre und für die Beförderung von Transferprozessen zwischen gesellschaftlichen Bereichen zu nutzen.

Der Ort Jena

Ende des 18. Jahrhunderts hat sich in Jena eine philosophisch-literarische Bewegung formiert, die eine große Prägekraft für die Moderne entwickelte. Von der (Früh-)Romantik als Initiationsmoment sind Impulse für die Künste sowie für moderne Erkenntnis- und Lebensformen ausgegangen, die sich in Europa und darüber hinaus verbreiteten. In der Literatur, in der Philosophie, Theologie sowie Kunsttheorie und -praxis der Romantik, aber auch in den romantisch geprägten Naturwissenschaften wurden Fragen aufgeworfen und diskutiert, die von Einfluss nicht nur für die moderne Ästhetik, sondern auch für wissenschaftliche Debatten und politische Verständigungsprozesse waren. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte versteht sich die Friedrich-Schiller-Universität Jena als Ort, an dem interdisziplinäre Forschung zur historischen Romantik und ihrem weiten Umfeld mit einer Reflexion über deren Relevanz für die Gegenwart verbunden wird. 

In der derzeitigen gesellschaftlichen Situation ist das Generieren von Reflexions- und Orientierungswissen über die Grundlagen moderner Gesellschaften geboten. Es erscheint zielführend, die Gesellschaftsformationen des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts mit denen des beginnenden 21. Jahrhunderts auf struktureller Ebene zu vergleichen. Weiterverfolgt wird mit diesem Ansatz ein Anliegen des zwischen 2008 und 2022 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena aktiven Forschungszentrums „Laboratorium Aufklärung“. Das Jenaer Zentrum für Romantikforschung führt zudem die Arbeit der „Forschungsstelle Europäische Romantik“ und des von 2015 bis 2024 aktiven DFG-Graduiertenkollegs „Modell Romantik“ fort und verbindet damit die Philosophische und Theologische Fakultät ebenso wie die Sozial- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät.

Das Angebot

Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern integriert das Programm des Zentrums kooperierende Kulturinstitutionen und das interessierte (städtische) Publikum durch Formate wie Lesungen, Ausstellungen und Debatten. Gerade die Zusammenführung verschiedener Akteure und divergierender Interessen kann zum Ausgangspunkt neuer Perspektiven werden. 

Wissenschaftlich soll das Programm des Zentrums zunächst in drei Linien strukturiert werden, die die Romantik in unterschiedlichen Spannungsfeldern und Konstellationen untersuchen. Reflektiert werden dabei … 

  • die Theorien und Methoden der Romantikforschung im Hinblick auf verschiedene disziplinäre Forschungsansätze und -traditionen sowie transdisziplinäre Analyseverfahren. 

  • die Vielfalt europäischer Manifestationen von Romantik und deren potenziell eurozentrisches Verhältnis zu außereuropäischen Kulturen. 

  • die Historizität des Romantischen” und der Romantik”, ihre Transformation und Wirkung bis in die Gegenwart.

Das Jenaer Zentrum für Romantikforschung versteht sich als Impulsgeber und Förderer der Forschungsaktivitäten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort. 

Das Forschungszentrum dient der internationalen wissenschaftlichen Kooperation und führt lokale und globale Expertisen und Perspektiven zusammen. 

Das Zentrum ermöglicht die aktive Förderung von Forschenden in frühen Karrierephasen zur Gewinnung von Exzellenz für das Forschungsfeld. 

Das Jenaer Zentrum für Romantikforschung stärkt den Wissenstransfer und das Zusammenspiel der Universität mit außeruniversitären Institutionen.