Tagung
»Strahlung des Jahres 2026«

Die Entdeckung und Anwendung der UV-Strahlung

21. Februar 2026 bis 22. Februar 2026
Rosensäle, Jena

Wissenschaftshistorisches Symposium

Am 22. Februar 1801 entdeckte der romantische Experimentalphysiker Johann Wilhelm Ritter (1776-1810) in Jena die UV-Strahlung. Die ultraviolette Strahlung ist ein Teil des elektromagnetischen Spektrums und befindet sich im Wellenlängenbereich zwischen der Röntgenstrahlung und der sichtbaren optischen Strahlung (Licht). Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) hatte kurz zuvor mit hochempfindlichen Thermometern die Infrarotstrahlung als Energieform jenseits des sichtbaren roten Spektralbereichs entdeckt. Nachdem Ritter mit Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) über dessen Farbentheorie und über die darin postulierte „Polarität“ bzw. Symmetrie der Lichtspektren diskutiert hatte, postulierte jener aus Symmetriegründen die Existenz einer weiteren Form der Strahlung am anderen Ende des sichtbaren Spektrums. 

So war der junge Physiker aufgrund des Einflusses von Goethe motiviert, nach dieser Strahlung zu suchen. Er spaltete die Sonnenstrahlung mit einem Glasprisma auf und belichtete damit Silberchlorid, das darauf eine photochemische Reaktion zeigte und sich schwarz färbte. Das Silberchlorid verfärbte sich jenseits des violetten Spektralbereichs des sichtbaren Lichts besonders stark. Es musste also in diesem Bereich eine Strahlung geben, die für das menschliche Auge nicht sichtbar ist.

Am Samstag, dem 21. Februar 2026, also am Vorabend der Entdeckung vor 225 Jahren, veranstaltet das Jenaer Zentrum für Romantikforschung gemeinsam mit dem Deutschen Optischen Museum, dem Fachverband für Strahlenschutz und dem Romantikerhaus Jena ein wissenschaftsgeschichtliches Symposion. Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier Fakultäten der Universität Jena (Philosophische Fakultät, Physikalisch-Astronomische Fakultät, Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät, Fakultät für Biowissenschaften). Thematisiert werden in den Vorträgen nicht nur Heuristiken romantischer Experimentalphysik. Vermittelt wird auch das gegenwärtige Wissen über Nutzen und Gefahren der Strahlung, die im Rahmen der Tagung vom Fachverband für Strahlenschutz als „Strahlung des Jahres 2026“ ausgerufen wird.

In den Blick rücken zudem weitere ‚Meilensteine‘ der Erforschung und Anwendung der ultravioletten Strahlung, die in Jena erreicht wurden: die erste Anwendung der UV-Mikroskopie mit der Entdeckung der Fluoreszenz in der Mikroskopie (1904) und die Entwicklung der technischen Lösung der Lithografie im extremen Ultraviolett (EUV-Lithografie), die im Jahr 2020 mit dem Deutschen Zukunftspreis bedacht worden ist. Ein kultur-, wissenschafts- und technologiegeschichtlicher Stadtspaziergang beschließt am Sonntag, den 22. Februar 2026, die interdisziplinäre Zusammenkunft.

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Das Symposion greift den Leitgedanken „Light, Life & Liberty“ auf und verknüpft die universitären Profillinien miteinander:

  • Light: historische und physikalische Grundlagen sowie technologische Innovationen rund um die UV‑Strahlung
  • Life: Nutzen, Risiken und Bedeutung für Gesundheit, Umwelt und Strahlenschutz
  • Liberty: interdisziplinärer Austausch, offene Wissenschaft, geschichtliches Wissen und gesellschaftliche Vermittlung

Diese Ausrichtung spiegelt das profilbildende Forschungs‑ und Leitmotiv der Universität wider.

Programm

Sonnabend, der 21. Februar 2026, 10.00-11.30 Uhr
Sellierstraße 6, 07745 Jena

  • die Mineralogische Sammlung der Universität ist geöffnet und ein Besuch des UV-Kabinetts möglich (Führung von Frau Dr. Birgit Kreher-Hartmann)

Sonnabend, der 21. Februar 2026, 13.30-18.00 Uhr
Rosensäle der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 27, 07743 Jena

  • Begrüßung, Vorstellung der Mitveranstalter, Einführung in die Tagung 
    • Dr. Helmut Hühn (Friedrich-Schiller-Universität Jena) 
    • Prof. Dr. Timo Mappes (Deutsches Optisches Museum)
  • Grußworte 
    • Prof. Dr. Thomas Pertsch (Vizepräsidenten für Forschung und Innovation der Friedrich-Schiller-Universität Jena) 
    • Dipl.-Ing. Martina Froning (Präsidentin des Fachverbandes für Strahlenschutz)
  • Vortrag: Ultraviolett. Zur Entdeckung der UV-Strahlung in Jena 
    • Prof. Dr. Olaf L. Müller (Humboldt-Universität zu Berlin) 
  • mit Nachstellung eines Versuchs von Johann Wilhelm Ritter durch
    • Prof. Dr. Holger Cartarius (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
    • Prof. Dr. Timo Mappes (Deutsches Optisches Museum)
    • Prof. Dr. Tom Wagner (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
       
  • Pause
     
  • Vortrag: Was wissen wir heute über UV-Strahlung? Gefahren und Nutzen
    • Dr. Birgit Keller (Arbeitskreis Nichtionisierende Strahlung des Fachverbands für Strahlenschutz) 
  • Vortrag: Beginn der UV-Mikroskopie und Entdeckung der Fluoreszenz in der Mikroskopie in Jena 1904
    • Prof. Dr. Timo Mappes ((Deutsches Optisches Museum)
       
  • Pause
     
  • Vortrag: DUV-Lithographie-Optiken von ZEISS – Auflösung und Präzision als Innovationstreiber
    • Dr. Bernhard Kneer (ZEISS Semiconductor Manufacturing Optics, ZEISS SMT)
  • Vortrag: EUV-Lithografie – Licht für das digitale Zeitalter
    • Dr. Jörg Petschulat (ZEISS Semiconductor Manufacturing Optics, ZEISS SMT):
  • Vortrag: Die „Strahlung des Jahres 2026“
    • Matthias Bothe (Fachverband für Strahlenschutz)

       

Sonntag, der 22. Februar 2026, 10.00-12.00 Uhr
Stadtspaziergang (Treffpunkt: Goethe-Laboratorium der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 26, 07743 Jena)

Eine Veranstaltung der Friedrich-Schiller-Universität, des Jenaer Zentrums für Romantikforschung, des Deutschen Optischen Museums, des Fachverbands für Strahlenschutz und des Romantikerhauses Jena.